Linearbeschleuniger: was das Gerät ist und wie eine Sitzung abläuft
Ein Linearbeschleuniger ist das Gerät, mit dem in der Strahlentherapie hochenergetische Photonenstrahlung erzeugt wird. Dieser Beitrag erklärt allgemein, wie das Gerät aufgebaut ist und wie eine einzelne Behandlungssitzung üblicherweise abläuft.
Quelle/Hinweis: Allgemeine Information, angelehnt an Patienteninformationen strahlentherapeutischer Fachgesellschaften und des Krebsinformationsdienstes. Stand: Juli 2026. Redaktionell erstellt, keine ärztliche Beratung.
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Ein Linearbeschleuniger, oft abgekürzt Linac, ist das Gerät, mit dem in der Strahlentherapie hochenergetische Photonenstrahlung erzeugt wird. Er beschleunigt Elektronen auf einer geraden Strecke und erzeugt daraus die Strahlung, die anschließend zielgerichtet auf das geplante Volumen gerichtet wird.
Dieser Beitrag beschreibt allgemein, wie ein solches Gerät aufgebaut ist und wie eine einzelne Sitzung üblicherweise abläuft. Er ist Teil des Themas Strahlentherapie beim Gliom und beschreibt keine konkrete Behandlung.
Wie das Gerät grundsätzlich aufgebaut ist
Neben dem klassischen Linearbeschleuniger gibt es weitere Bauformen, die in der Strahlentherapie eingesetzt werden. Dazu zählen Geräte, bei denen die Strahlenquelle ringförmig um die Liege geführt wird, sowie Systeme mit einem beweglichen Roboterarm oder mit integrierter Magnetresonanztomografie zur Lagekontrolle. Alle diese Bauformen verfolgen dasselbe Grundprinzip: Strahlung aus verschiedenen Richtungen auf ein geplantes Volumen zu richten und die Position dabei kontrolliert einzuhalten. Welche Geräte an einem Zentrum vorhanden sind, hängt von dessen Ausstattung ab und wird im Aufklärungsgespräch erläutert.
Der Name beschreibt das Prinzip: In einem geraden, evakuierten Rohr werden Elektronen durch hochfrequente elektromagnetische Felder auf hohe Energie beschleunigt. Am Ende dieser Strecke treffen sie auf ein Target aus Schwermetall; dabei entsteht die therapeutisch genutzte Photonenstrahlung. Was Photonen physikalisch sind, erklärt Photonenbestrahlung und Protonen: der physikalische Unterschied.
Der Teil des Geräts, der die Strahlung abgibt, sitzt in einem Arm, der sich um die Behandlungsliege drehen kann. Dieser Arm heißt Gantry. Dadurch lässt sich aus verschiedenen Richtungen einstrahlen, ohne dass die Person auf der Liege umgelagert werden muss. Die Liege selbst ist ebenfalls in mehreren Achsen verstellbar.
Im Strahlengang sitzt ein Kollimator, der die Form des Strahlenfelds begrenzt. Moderne Geräte nutzen dafür einen Multi-Leaf-Kollimator: viele schmale, einzeln verfahrbare Metalllamellen, die während der Bestrahlung die Feldform an das geplante Volumen anpassen. Welche Volumina dabei zugrunde liegen, beschreibt GTV, CTV, PTV: Zielvolumen-Begriffe in der Strahlentherapie.
| Bauteil | Funktion |
|---|---|
| Beschleunigerstrecke | beschleunigt Elektronen auf hohe Energie |
| Target | erzeugt aus den Elektronen die Photonenstrahlung |
| Gantry | drehbarer Arm für unterschiedliche Einstrahlrichtungen |
| Multi-Leaf-Kollimator | formt das Strahlenfeld durch verfahrbare Lamellen |
| Behandlungsliege / Tisch | verstellbare Lagerung, millimetergenau positionierbar |
| Bildgebungssystem am Gerät | Kontrollaufnahmen zur Lagekontrolle vor der Bestrahlung |
| Kamera und Sprechanlage | Verbindung zum Team im Steuerraum während der Sitzung |
Wie eine einzelne Sitzung üblicherweise abläuft
Der Ablauf ist an den meisten Zentren ähnlich. Nach der Anmeldung und einer kurzen Wartezeit wirst du in den Behandlungsraum gebeten. Dort legst du dich auf die Liege; bei Bestrahlungen im Kopfbereich wird die individuell angefertigte Maske angelegt und an der Liege fixiert. Näheres dazu in Bestrahlungsmaske und Lagerung: wozu sie dienen.
Anschließend richtet das Team die Position aus. Dazu dienen Lichtvisiere, Markierungen und häufig eine bildgestützte Kontrolle direkt am Gerät. Diese Kontrollaufnahmen werden mit den Planungsdaten verglichen, und die Liege wird bei Bedarf um wenige Millimeter nachjustiert. Dieser Schritt wird als bildgeführte Strahlentherapie oder IGRT bezeichnet.
Danach verlässt das Team den Raum und steuert die Bestrahlung vom benachbarten Steuerraum aus. Über Kamera und Sprechanlage besteht die ganze Zeit Kontakt. Die eigentliche Bestrahlung dauert meist nur wenige Minuten; der Gantry fährt dabei in die vorgesehenen Positionen, dazwischen ist ein Summen oder Klicken zu hören. Die Bestrahlung selbst ist nicht spürbar und nicht schmerzhaft.
- Ein Termin dauert meist deutlich länger als die eigentliche Bestrahlung.
- Die Ausrichtung der Position nimmt in der Regel den größten Teil der Zeit ein.
- Während der Bestrahlung ist niemand im Raum, aber du bist über Kamera und Sprechanlage verbunden.
- Die Bestrahlung selbst ist nicht spürbar.
- Nach der Sitzung bist du nicht radioaktiv und für andere Menschen unbedenklich.
Häufige Missverständnisse
Ein verbreitetes Missverständnis betrifft die Frage der Radioaktivität. Bei einer Bestrahlung von außen — der sogenannten perkutanen Strahlentherapie, wie sie am Linearbeschleuniger stattfindet — wird keine radioaktive Substanz in den Körper eingebracht. Nach der Sitzung geht von dir keine Strahlung aus; auch Kontakt zu Kindern oder Schwangeren ist dadurch nicht eingeschränkt.
Ein zweites Missverständnis betrifft die Gerätebezeichnungen. Herstellernamen und Markenbezeichnungen einzelner Systeme beschreiben technische Ausführungen, nicht grundsätzlich verschiedene Behandlungsarten. Welche Technik in deinem Zentrum verfügbar ist und eingesetzt wird, erklärt dir das Team.
Was sich rund um die Sitzungen festhalten lässt
Für die eigene Übersicht kann es hilfreich sein, Termine, Fahrtzeiten und eigene Beobachtungen im Verlauf zu notieren. Solche Notizen sind Dokumentation, keine Bewertung — wie das sachlich gelingt, beschreibt Dokumentieren statt bewerten - der Ansatz von GlioBridge. Praktische Hinweise zur Organisation der Termine sammelt Alltag während einer Bestrahlungsserie organisieren.
- Wie lange dauert eine einzelne Sitzung?
- Der Termin dauert meist etwa 15 bis 30 Minuten, die eigentliche Bestrahlung davon nur wenige Minuten. Den größten Teil nimmt die genaue Ausrichtung der Position ein.
- Spürt man die Bestrahlung?
- Die Bestrahlung selbst ist nicht spürbar und nicht schmerzhaft. Hörbar sind Geräusche des Geräts, wenn der Gantry fährt und die Bestrahlung läuft.
- Bin ich nach der Bestrahlung radioaktiv?
- Bei einer Bestrahlung von außen am Linearbeschleuniger wird keine radioaktive Substanz in den Körper eingebracht. Nach der Sitzung geht von dir keine Strahlung aus.
- Warum verlässt das Team den Raum?
- Das gehört zum Strahlenschutz für das Personal, das täglich mit vielen Behandlungen zu tun hat. Über Kamera und Sprechanlage besteht durchgehend Kontakt.
- Was passiert, wenn ich mich während der Sitzung bewegen muss?
- Melde dich über die Sprechanlage. Das Team unterbricht die Bestrahlung, kommt in den Raum und richtet die Position anschließend neu aus.
Der Linearbeschleuniger ist damit vor allem ein technisches Gerät mit einem klar strukturierten Ablauf. Fragen zu Technik und Ablauf in deinem Zentrum beantwortet dir das Team vor Ort.
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Teil des Themas
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