GTV, CTV, PTV: Zielvolumen-Begriffe in der Strahlentherapie
GTV, CTV und PTV sind Fachbegriffe für ineinanderliegende Bereiche, die bei der Bestrahlungsplanung im Bilddatensatz eingezeichnet werden. Sie beschreiben abgestuft, was sichtbar ist, was zusätzlich einbezogen wird und welcher Sicherheitsbereich für Lagerungsungenauigkeiten hinzukommt.
Quelle/Hinweis: Allgemeine Information, angelehnt an Patienteninformationen strahlentherapeutischer Fachgesellschaften und des Krebsinformationsdienstes. Stand: Juli 2026. Redaktionell erstellt, keine ärztliche Beratung.
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GTV, CTV und PTV sind Fachbegriffe für ineinanderliegende Bereiche, die bei der Planung einer Strahlentherapie im Bilddatensatz eingezeichnet werden. Sie beschreiben abgestuft, was in der Bildgebung sichtbar ist, welcher Bereich zusätzlich einbezogen wird und welcher Sicherheitssaum für Lagerungs- und Messungenauigkeiten hinzukommt.
Dieser Beitrag erklärt die Abkürzungen als Begriffe. Er bewertet nichts und sagt nichts darüber aus, wie diese Bereiche in einem konkreten Fall festgelegt werden — das ist Aufgabe des Behandlungsteams. Der Text gehört zum Thema Strahlentherapie beim Gliom.
Warum es überhaupt mehrere Bereiche gibt
Eine Bestrahlung wird nicht auf einen Punkt gerichtet, sondern auf ein räumliches Volumen. Bei der Planung wird dieses Volumen im fusionierten Bilddatensatz Schicht für Schicht eingezeichnet — dieser Vorgang heißt Konturierung. Grundlage sind die Aufnahmen aus Planungs-CT und Planungs-MRT.
Dabei wird nicht nur ein einziger Bereich markiert, sondern eine Abstufung. Der Grund ist, dass verschiedene Unsicherheiten berücksichtigt werden müssen: Die Bildgebung zeigt nicht zwangsläufig alles, Gewebe kann sich verschieben, und die tägliche Lagerung ist nie auf den Bruchteil eines Millimeters identisch. Für jede dieser Unsicherheiten gibt es einen eigenen Begriff. Die Abkürzungen stammen aus dem Englischen und sind international einheitlich in Empfehlungen der ICRU beschrieben.
Die drei Kernbegriffe
GTV steht für Gross Tumor Volume, auf Deutsch etwa makroskopisches Tumorvolumen. Damit ist der Bereich gemeint, der in der Bildgebung oder klinisch tatsächlich abgrenzbar ist. Nach einer Operation kann dieser Bereich auch fehlen oder anders aussehen — die Vorgeschichte wird bei der Konturierung berücksichtigt.
CTV steht für Clinical Target Volume, klinisches Zielvolumen. Es umfasst das GTV und zusätzlich einen Bereich, in dem nach fachlicher Einschätzung Tumorzellen liegen können, die in der Bildgebung nicht sichtbar sind. Die Festlegung dieses Bereichs ist eine ärztliche Entscheidung und stützt sich auf Leitlinien und die individuelle Situation.
PTV steht für Planning Target Volume, Planungszielvolumen. Es umfasst das CTV und zusätzlich einen Sicherheitssaum, der Ungenauigkeiten in Lagerung, Bildgebung und Gerätetechnik ausgleicht. Das PTV ist damit ein rein technischer Begriff — er beschreibt keinen Tumorbereich, sondern einen Planungsbereich.
| Abkürzung | Ausgeschrieben | Was der Begriff bezeichnet |
|---|---|---|
| GTV | Gross Tumor Volume | in der Bildgebung oder klinisch abgrenzbarer Bereich |
| CTV | Clinical Target Volume | GTV plus ein Bereich, in dem nicht sichtbare Ausläufer angenommen werden |
| PTV | Planning Target Volume | CTV plus Sicherheitssaum für technische und Lagerungsungenauigkeiten |
| ITV | Internal Target Volume | berücksichtigt Bewegungen von Organen, vor allem außerhalb des Kopfes |
| OAR | Organs at Risk | Strukturen, die in der Planung besonders berücksichtigt werden |
| Isodose | — | Linie oder Fläche gleicher Dosis in der Plandarstellung |
| DVH | Dosis-Volumen-Histogramm | Auswertung, wie viel Dosis in welchen Anteil eines Volumens fällt |
Organs at Risk: die zu berücksichtigenden Strukturen
Neben den Zielvolumen werden bei der Planung auch Strukturen eingezeichnet, die besonders berücksichtigt werden sollen. Der Fachbegriff dafür lautet Organs at Risk, abgekürzt OAR, im Deutschen häufig als Risikostrukturen bezeichnet. Bei Bestrahlungen im Kopfbereich gehören dazu je nach Lage zum Beispiel Sehnerven, Augenlinsen, Hirnstamm, Innenohr oder die Hirnanhangsdrüse.
Für diese Strukturen gibt es fachlich beschriebene Grenzwerte, die in der Planung geprüft werden. Ein Bestrahlungsplan wird unter anderem daran gemessen, wie gut er das Zielvolumen abdeckt und gleichzeitig diese Grenzwerte einhält. Beides gegeneinander abzuwägen ist Teil der ärztlichen und physikalischen Planungsarbeit.
Wo die Begriffe in Unterlagen auftauchen
GTV, CTV und PTV finden sich häufig im Bestrahlungsplan, in Arztbriefen aus der Strahlentherapie und in Berichten für weiterbehandelnde Praxen. Manchmal stehen dort auch Zahlenangaben in Kubikzentimetern oder Millimeterangaben für die Säume.
Diese Angaben sind technische Planungsgrößen. Sie lassen sich nicht als Aussage über den Verlauf einer Erkrankung lesen und sie sind zwischen verschiedenen Behandlungen oder Personen nicht vergleichbar. Wenn dir in deinen Unterlagen etwas unklar ist, ist das eine gute Frage für den nächsten Termin — Anregungen sammelt Gute Fragen rund um eine Strahlentherapie. Wie du die Unterlagen sortierst, beschreibt Dokumente rund um eine Bestrahlung: welche es gibt und wie du sie ordnest.
- GTV, CTV und PTV liegen ineinander: GTV ist enthalten im CTV, CTV im PTV.
- Das PTV ist ein technischer Planungsbereich, kein Tumorbereich.
- OAR bezeichnet Strukturen, die in der Planung besonders berücksichtigt werden.
- Die Festlegung aller Volumina erfolgt ärztlich und wird geprüft und freigegeben.
- Angaben in Kubikzentimetern sind Planungsgrößen, keine Verlaufsaussage.
Abgrenzung zu Befundbegriffen
Zielvolumen-Begriffe stammen aus der Planung einer Behandlung und sind nicht dasselbe wie Beschreibungen in einem radiologischen Befund. Ein MRT-Befund benutzt eine andere Sprache und beschreibt, was auf den Bildern zu sehen ist. Wie solche Befunde aufgebaut sind, erklärt MRT-Verlaufskontrollen — wie sie ablaufen; zur Systematik der Verlaufsbeurteilung siehe RANO-Kriterien — wie Verläufe standardisiert beurteilt werden.
- Was bedeutet GTV?
- GTV steht für Gross Tumor Volume und bezeichnet den in der Bildgebung oder klinisch abgrenzbaren Bereich. Er wird bei der Planung im Bilddatensatz eingezeichnet.
- Warum ist das PTV größer als das CTV?
- Weil im PTV zusätzlich ein Sicherheitssaum enthalten ist, der Ungenauigkeiten bei Lagerung, Bildgebung und Gerätetechnik ausgleicht. Das PTV ist damit ein technischer Planungsbereich.
- Was sind Organs at Risk?
- So werden Strukturen bezeichnet, die bei der Planung besonders berücksichtigt werden, etwa Sehnerven oder Hirnstamm. Für sie gibt es fachlich beschriebene Grenzwerte, die im Plan geprüft werden.
- Sagt die Größe des PTV etwas über meine Erkrankung aus?
- Nein. Volumenangaben aus der Bestrahlungsplanung sind technische Größen und lassen sich nicht als Aussage über einen Verlauf lesen. Fragen dazu gehören ins Gespräch mit dem Behandlungsteam.
- Wer legt diese Bereiche fest?
- Die Konturierung nehmen Ärztinnen und Ärzte der Strahlentherapie vor, die Dosisberechnung erfolgt durch medizinische Physikexpertinnen und -experten. Der fertige Plan wird vor der ersten Sitzung geprüft und freigegeben.
Zusammengefasst sind GTV, CTV und PTV Werkzeuge der Planung. Sie machen nachvollziehbar, welcher Bereich mit welcher Begründung in die Berechnung eingeht. Wie sie in deinem Fall festgelegt wurden, erklärt dir dein Strahlentherapie-Team.
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