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Parese, Hemiparese, Plegie — Begriffe zur Kraft

Parese, Hemiparese und Plegie sind Fachwörter, mit denen im Befund Beobachtungen zur Kraft festgehalten werden. Dieser Beitrag erklärt, was die Begriffe und ihre Zusätze beschreiben — ob und warum etwas bei dir auftritt, ordnet ausschließlich dein Ärzteteam ein.

Allgemeine Information zur Orientierung — keine medizinische Beratung, Diagnose oder Bewertung des Einzelfalls. Bitte alles mit deinem behandelnden Ärzteteam besprechen.

Quelle/Hinweis: Allgemeine Begriffserklärung, angelehnt an neurologische Fachliteratur und Patienteninformationen medizinischer Fachgesellschaften. Stand: Juli 2026. Redaktionell erstellt, keine ärztliche Beratung.

Wie diese Artikel entstehen

So entstehen diese Artikel: Sie werden KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung automatisch gegen unsere medizinischen Sprachregeln geprüft. Eine individuelle ärztliche Begutachtung findet nicht statt. Die Inhalte sind allgemeine Orientierung und ersetzen kein ärztliches Gespräch.

„Parese" ist der neurologische Fachbegriff für eine dokumentierte Kraftminderung einer Muskelgruppe, „Plegie" für das vollständige Fehlen willkürlicher Kraft in diesem Bereich. Die Wörter benennen also eine Beobachtung zur Kraftentfaltung — nicht deren Ursache und nicht deren Bedeutung. Dieser Beitrag erklärt, was die Begriffe beschreiben. Ob und warum etwas bei dir auftritt, ordnet ausschließlich dein Ärzteteam ein.

Die Begriffe kommen selten allein vor. Sie tragen fast immer Vorsilben, die die betroffene Region angeben, und Gradangaben, die das Ausmaß beschreiben. Wer beide Zusätze mitliest, versteht den Eintrag deutlich besser.

Die Vorsilben: welche Region gemeint ist

BegriffWas er bezeichnet
MonopareseEine einzelne Extremität, also ein Arm oder ein Bein
HemipareseEine Körperseite — „hemi" bedeutet „halb"
ParapareseBeide Beine
TetrapareseAlle vier Extremitäten
FazialispareseDen Bereich der Gesichtsmuskulatur
Brachiofazial betontEin Muster, bei dem Arm und Gesicht im Vordergrund der Beobachtung stehen
…plegie (z. B. Hemiplegie)Dieselben Regionen, aber als Angabe für vollständig fehlende willkürliche Kraft
Vorsilben bei Kraftbegriffen und die Region, die sie bezeichnen. Reine Wortbedeutung.

Die Endung entscheidet über das Ausmaß: „-parese" steht für eine Minderung, „-plegie" für das vollständige Fehlen. Beide Wortteile lassen sich mit allen genannten Vorsilben kombinieren.

Die Gradangaben: das Ausmaß

Damit ein Eintrag über Monate hinweg vergleichbar bleibt, wird das Ausmaß nach einem festen Schema notiert. In vielen Häusern kommt eine Skala von 0 bis 5 zum Einsatz, bei der 5 die volle Kraftentfaltung gegen Widerstand bezeichnet und 0 keine sichtbare Muskelaktivität. Die Zwischenstufen beschreiben abgestuft, ob eine Bewegung gegen Widerstand, gegen die Schwerkraft oder nur unter Abnahme des Eigengewichts ausgeführt wird.

Alternativ oder ergänzend finden sich Wörter wie „leichtgradig", „mittelgradig", „hochgradig". Welche Skala verwendet wurde, steht meist im Befundkopf oder ergibt sich aus dem Kontext. Wenn eine Zahl im Befund steht und unklar bleibt, worauf sie sich bezieht, ist das eine gute Frage für den Termin — Sammlung solcher Fragen: Arztfragen sammeln & priorisieren.

Wie Kraft in der Untersuchung geprüft wird

Die Kraftprüfung ist einer der standardisierten Abschnitte einer neurologischen Untersuchung. Geprüft wird üblicherweise seitenvergleichend und Muskelgruppe für Muskelgruppe: Die untersuchende Person gibt eine Bewegung vor und setzt einen definierten Widerstand entgegen.

  • Seitenvergleich: beide Körperseiten werden nacheinander gleich geprüft.
  • Haltetests: eine Position wird über eine kurze Zeit gehalten, um Unterschiede sichtbar zu machen.
  • Einzelne Muskelgruppen: Schulter, Ellenbogen, Hand, Hüfte, Knie, Fuß werden getrennt notiert.
  • Beobachtung im Ablauf: Aufstehen, Gehen, Treppensteigen liefern zusätzliche Beobachtungen.

Wichtig für das Lesen: Kraft ist nicht dasselbe wie Koordination oder Ausdauer. Für Koordination gibt es eigene Begriffe, siehe Ataxie, Dysmetrie, Gangunsicherheit — Begriffe zur Koordination; für anhaltende Erschöpfung ist der Begriff Fatigue gebräuchlich, dazu Fatigue/Erschöpfung im Check-in festhalten. Der vollständige Untersuchungsablauf steht in Die neurologische Untersuchung — was üblicherweise geprüft wird.

Weitere Begriffe aus demselben Abschnitt

  • Tonus: der Spannungszustand der Muskulatur, im Befund etwa als „Tonuserhöhung" beschrieben.
  • Spastik: ein Begriff für eine bestimmte Form der Tonuserhöhung, die geschwindigkeitsabhängig geprüft wird.
  • Atrophie: eine Beobachtung zum Muskelumfang.
  • Faszikulationen: sichtbare, feine Muskelzuckungen unter der Haut, die als Beobachtung protokolliert werden.
  • Pyramidenbahnzeichen: Sammelbegriff für bestimmte standardisierte Reflexprüfungen.

Auch diese Wörter sind Beschreibungen von Untersuchungsbeobachtungen. Ihre Einordnung — ob und wie sie zusammenhängen — gehört ins ärztliche Gespräch.

Beobachtungen sachlich festhalten

Für den Alltag zählt weniger der Fachbegriff als die konkrete Situation. Nützlich ist eine Notiz, die Zeitpunkt, Tätigkeit und Dauer enthält, ohne eine Deutung vorzunehmen.

  • Wann und wie lange: Datum, ungefähre Uhrzeit, Dauer.
  • Wobei: welche Tätigkeit gerade ausgeführt wurde — Treppe, Einkaufstasche, Zähneputzen, Tastatur.
  • Was genau: die Beobachtung in eigenen Worten, ohne Fachwort.
  • Umstände: Tageszeit, Müdigkeit, Wärme, Belastung davor.
  • Wer hat es bemerkt: eigene Beobachtung oder Hinweis von Angehörigen.

Diese Form der Notiz ist Dokumentation und keine Bewertung — der Ansatz dahinter ist in Dokumentieren statt bewerten - der Ansatz von GlioBridge beschrieben. Was und wann du melden solltest, legt dein Behandlungsteam individuell fest — frage aktiv danach und halte es schriftlich fest.

Warum Kraft im Seitenvergleich geprüft wird

Kraft lässt sich schwer in absoluten Zahlen erfassen, weil sie von Statur, Training, Alter, Händigkeit und Tagesform abhängt. Deshalb arbeitet die Untersuchung überwiegend mit dem Vergleich: dieselbe Muskelgruppe rechts und links, unmittelbar nacheinander, unter gleichen Bedingungen. Der Vergleich ist robuster als eine Einzelmessung.

Aus demselben Grund wird zusätzlich der Verlauf betrachtet — ein Befund von heute gegenüber einem früheren. Wie solche Vergleiche systematisch angelegt sind, beschreibt Wie Verlaufsbefunde verglichen werden. Beide Vergleichsebenen, Seite und Zeit, sind der Grund für die formalisierte Dokumentation.

Was im Befund neben der Kraftangabe stehen kann

  • Angaben zum Muskeltonus, also zum Spannungszustand bei passiver Bewegung.
  • Angaben zu Reflexen, üblicherweise seitenvergleichend nach festem Schema.
  • Angaben zur Sensibilität, also zur Wahrnehmung von Berührung, Temperatur und Gelenkstellung.
  • Angaben zum Gangbild und zum Aufstehen aus dem Sitzen.
  • Angaben zur Feinmotorik, etwa beim Knöpfen oder Schreiben.
  • Angaben zur Ausdauer über eine längere Belastung — davon getrennt zu lesen ist Fatigue, siehe Fatigue/Erschöpfung im Check-in festhalten.

Diese Punkte stammen aus verschiedenen Prüfungen und stehen deshalb an verschiedenen Stellen des Befundes. Sie zusammenzuführen ist ärztliche Aufgabe und lässt sich aus den Einzelangaben nicht selbst rekonstruieren.

Wo die Begriffe außerhalb des Befundes vorkommen

Die gleichen Wörter begegnen in Berichten aus Physiotherapie, Ergotherapie und Rehabilitation, dort oft mit anderen Skalen und Schwerpunkten. Ein Reha-Bericht beschreibt beispielsweise häufiger alltagsbezogene Tätigkeiten, ein neurologischer Befund eher standardisierte Einzeltests. Beides sind gültige Beschreibungen, die verschiedene Blickwinkel festhalten — mehr zum Versorgungsbereich in Neurologische Rehabilitation (Neuro-Reha) — ein Überblick.

Was ist der Unterschied zwischen Parese und Plegie?
„Parese" bezeichnet eine dokumentierte Kraftminderung, „Plegie" das vollständige Fehlen willkürlicher Kraft im geprüften Bereich. Beide Endungen werden mit denselben Vorsilben für die Region kombiniert.
Was bedeutet die Vorsilbe „Hemi-"?
Sie bedeutet „halb" und verweist auf eine Körperseite. „Hemiparese rechts" bezeichnet demnach eine dokumentierte Kraftminderung der rechten Körperseite.
Was sagt eine Zahl wie „4/5" im Befund aus?
Sie stammt aus einer standardisierten Kraftskala, bei der 5 die volle Kraftentfaltung gegen Widerstand bezeichnet. Die Zahl protokolliert das Ergebnis eines definierten Tests. Wie sie im Gesamtbild zu verstehen ist, erklärt das Behandlungsteam.
Ist eine Kraftangabe dasselbe wie Unsicherheit beim Gehen?
Nein. Kraft und Koordination werden getrennt geprüft und getrennt dokumentiert. Begriffe zur Koordination erklärt Ataxie, Dysmetrie, Gangunsicherheit — Begriffe zur Koordination.
Wo finde ich einen Überblick über alle diese Begriffe?
In Neurologische Begriffe im Befund verstehen steht eine Übersichtstabelle mit den gängigen Begriffen und dem, was sie jeweils beschreiben.

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